Artikel-Informationen
erstellt am:
23.04.2026
Ansprechpartner/in:
Pressesprecher RiAG Laurin Osterwold
Terminsankündigung:
Strafvereitlung im Ermittlungsverfahren gegen Yashar G. (04.05.)
In der kommenden Woche finden u.a. folgende Hauptverhandlungstermine statt:
Erwartung der Urteilsverkündung in Sachen:
Thermische Gewalteinwirkung gegenüber einer Zweijährigen (27.04.)
Altes Dönerfleisch (27.04.)
Falsifikat eines Aufenthaltstitels (28.04)
Einbruchsserie (28.04)
Sexuelle Belästigung am Hauptbahnhof (28.04)
Verleumdung einer Rechtsanwältin (28.04)
Randale in der Ausländerbehörde (29.04)
Betrug unter Freunden (29.04)
Einkaufen mit fremden EC-Karten (29.04)
Strafvereitlung im Ermittlungsverfahren gegen Yashar G. (04.05.)
Hinweise:
Die Hauptverhandlungen dienen der Klärung, ob die mit der jeweiligen Anklageschrift
bzw. dem jeweiligen Strafbefehl erhobenen Vorwürfe zutreffen oder nicht.
Für die angeklagten Personen gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
Die Hauptverhandlungstermine wurden teilweise anberaumt, weil gegen die Strafbefehle Einspruch eingelegt wurde (Cs-Aktenzeichen).
Die Pressestelle weist darauf hin, dass sofern die Einsprüche zurückgenommen oder beschränkt werden, ggf. eine kurzfristige Terminsaufhebung erfolgen kann. Auch kann es ggf. aus anderen Gründen zu einer Terminsaufhebung/-verschiebung kommen.
Bitte beachten Sie daher kurzfristige Änderungen auf der Homepage oder kontaktieren Sie den Ansprechpartner.
( Presseinformationen | Amtsgericht Hannover)
Ton- und Filmaufnahmen sind im Amtsgericht grundsätzlich nur nach vorheriger Genehmigung zulässig.
Bitte setzen Sie sich deshalb ggfs. frühzeitig mit der Pressestelle in Verbindung.
Das angegebene Alter der Angeklagten entspricht dem Stand des heutigen Tages.
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Erwartung der Urteilsverkündung in Sachen:
Thermische Gewalteinwirkung gegenüber der zweijährigen Tochter
Nach der Vernehmung diverser Zeugen wird mit der Verkündung des Urteils gerechnet.
Dem Verfahren lag folgender Sachverhalt zugrunde: Die 30-Jährige soll sich am 05.12.2024 mit ihren damals fast 2 1/2 -jährigen Zwillingen in der gemeinsamen Wohnung in Hannover aufgehalten haben. Aus ungeklärtem Anlass und durch bewusste Gewaltanwendung soll sie mittels eines unbekannt gebliebenen heißen Gegenstandes ihrer Tochter schwere thermische Verletzungen an beiden Wangenseiten beigefügt haben. Die großflächigen und auffälligen Narben an beiden Wangen werden wohl lebenslag sichtbar bleiben.
27.04.2026 – 09.00 Uhr
Saal 2288
Aktenzeichen: 228 Ls 396/25
Altes Dönerfleisch
Anlässlich einer Planprobe der Landeshauptstadt Hannover in dem Gastronomiebetrieb des Angeklagten in der Kanalstraße wurde zerkleinertes und gewürztes Lammfleisch für Fleischspieße aufgefunden, bei dem mikrobieller Verderb festgestellt worden sein soll. Das Fleisch soll bereits eine braunrote Farbe aufgewiesen, oberflächlich stellenweise wie ausgetrocknet und ölig ausgesehen haben.
27.04.2026 - 10:30 Uhr
Saal 3112
Aktenzeichen: 204 Cs 41/26
Falsifikat eines Aufenthaltstitels
Der 46-jährige Angeklagte soll von dem 38-jährigem Mitangeklagtem ein Passbild erfordert haben, um damit ein Falsifikat des Aufenthaltstitels auf den Namen des ersten Angeklagten mit dem Bild des zweiten Angeklagten erstellen zu können. Der 38-Jährige übersandte daraufhin ein Passfoto, welches im Anschluss bei der Herstellung des Falsifikats verwendet worden sein soll. Der 38-Jährige soll unter Vorlage des Falsifikats sodann in einer Sprachschule in Hannover eine Sprachprüfung ablegen wollen.
28.04.2026 – 09:00 Uhr
Saal 2208
Aktenzeichen: 253 Ds 11/26
Einbruchsserie
Im Mai und Juni 2025 soll der sich in Untersuchungshaft befindliche Angeklagte in diverse Wohnungen in der Thüringer Straße, der Schwarzwaldstraße und dem Hagebuttenweg eingebrochen sein.
Hierbei soll er neben versilbertem Besteck, Geld auch EC-Karten entwendet haben, mit denen er zumindest in einem weiteren Fall Geld abgehoben haben soll.
28.04.2026 – 09:15 Uhr
Saal 3030
Aktenzeichen: 249 Ls 231/25
Sexuelle Belästigung am Hauptbahnhof
Der 33-jährige Angeklagte soll die stark alkoholisierte Geschädigte gegen 06:00 Uhr im August 2025 im Hannover Hauptbahnhof mit dem Ziel des engen körperlichen Kontakts diese mehrfach an der Taille und der Hüfte berührt haben, wobei die Geschädigte mehrfach „nein“ sagte. Im Folgenden soll der Angeklagte die Geschädigte in eine gerade einfahrende S-Bahn gezogen haben und seinen Arm über die nunmehr besinnungslose Geschädigte gelegt haben.
28.04.2026 – 09:40 Uhr
Saal 2236
Aktenzeichen: 210 Ds 24/26
Verleumdung einer Rechtsanwältin
Die Angeklagte soll über Google eine Rezension über eine Rechtsanwältin aus Hannover-Laatzen veröffentlicht haben und diese als „inkompetente Frau“, „unethische Anwältin“ bezeichnet und ihr unterstellt haben, „lügenhafte Informationen“ zu verbreiten und ihre „persönlichen Daten wiederholt missbraucht“ zu haben. Nur wenige Tage soll die Angeklagten im September 2024 eine erneute Rezension veröffentlicht haben und der Anwältin unterstellt haben, „weder moralische Werte noch Gewissen“ zu haben.
28.04.2026 – 09:45 Uhr
Saal 2241
Aktenzeichen: 231 Cs 473/25
Randale in der Ausländerbehörde
Der Angeklagte soll Ende Oktober 2025 gegen das gegen ihn ausgesprochene Hausverbot randaliert haben. Zur Vollstreckung des Hausverbots wurden mehrere Polizeikräfte angefordert. Der 30-Jährige soll nach aggressivem und unkooperativen Verhalten nach den Polizeibeamten getreten und geschlagen haben. Der Angeklagte soll in der Folge ebenso dem eingesetzten Polizeibeamten in dessen behandschuhte Hand gebissen haben.
29.04.2026 – 09:00 Uhr
Saal 2145
Aktenzeichen: 220 Ds 496/25
Betrug unter Freunden
Der 76-jährige Angeklagte soll die Geschädigte zwischen April und November 2023 dazu bewegt haben, ihm Bargeld in Höhe von insgesamt 152.900,00€ sowie eine Uhr der Marke Glashütter auszuhändigen, indem er ihr gegenüber behauptete, ihr Geld und ihre Uhr gewinnbringend anlegen bzw. verkaufen zu können. Später soll der Angeklagte ihr vorgespiegelt haben, sich in einer finanziellen Notlage zu befinden und beteuerte, das Geld zurückzuzahlen.
29.04.2026 – 11:00 Uhr
Saal 2145
Aktenzeichen: 220 Ls 96/25
Einkaufen mit fremden EC-Karten
Der Angeklagte soll mit dem zuvor Mitangeklagtem am 15.10.2025 die Geschädigte derart am Bankautomat abgelenkt haben, dass sie die EC-Karte der Geschädigten entwenden konnten. Anschließend soll der Angeklagte gemeinsam mit dem zuvor Mitangeklagtem 1.000€ vom Konto der Geschädigten abgehoben haben. Im Anschluss sollen sie in diversen Läden verschiedene Gegenstände erworben haben.
Ebenso sollen die Angeklagten im Dezember 2025 mit der EC-Karte einer weiteren Geschädigten Einkäufe und Abhebungen getätigt haben.
29.04.2026 – 13:15 Uhr
Saal 2292
Aktenzeichen: 242 Ls 39/26
Strafvereitlung im Ermittlungsverfahren gegen Yashar G.
Die Angeklagte wurde im Mai 2023 als Zeugin durch einen Kriminalhauptkommissar in den Diensträumen des Landeskriminalsamtes als Zeugin vernommen. Ihr wurde dabei bekannt gegeben, dass der Staatsanwalt Yashar G. bezichtigt wurde, Dienstgeheimnisse, die ihm in seiner damaligen Eigenschaft als Staatsanwalt anvertraut waren, an Personen aus dem kriminellen Milieu gegen Entgelt verraten zu haben. Die Angeklagte hat dabei bereits gewusst, dass Yashar G. seinerzeit bereits im Verdacht stand, die Person zu sein, die als „cop“ bezeichnet wurde. Trotz der vorherigen Belehrung über die Wahrheitspflicht sagte die Angeklagte, mutmaßlich auf Geheiß des Yashar G., aus, dass dieser mit ihr in der Vergangenheit keine dienstlichen Geheimnisse geteilt hat. Auch auf explizite Nachfrage antwortete sie diesbezüglich mit „nein“. Wörtlich hat sie gegenüber dem LKA ausgesagt: „Er hat sowieso keine Informationen mit mir geteilt. Mir war auch bewusst, dass ein Staatsanwalt nicht über seine Arbeit sprechen darf […]“. Dieses waren bewusste Lügen der Angeklagten, um Yashar G. absichtlich vor der Strafverfolgung zu schützen, indem die Angeklagten den gesondert Verfolgten als äußerst verschwiegenen Amtsträger darstellte. Dabei wusste die heute 28-Jährige, dass sie im Zeitraum März 2019 bis April 2020 fortwährend ihr u.a. aus Ermittlungsakten vorlas oder zusammenfassen ließ, wobei die Angeklagte sich wiederum gegenüber Bekannten damit brüstete. Zudem teilte Yashar G. eine ganz erhebliche Anzahl von WhatsApp-Nachrichten mit vertraulichen dienstlichen Inhalten. Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Osnabrück zählt insoweit 31 konkrete Fälle auf, in denen u.a. Auszüge aus Anklageschriften, Auszüge aus Telefonüberwachungen oder auch Bilder geteilt wurden. Hätte die Angeklagte bereits während ihrer Vernehmung im Mai 2023 wahrheitsmäßig ausgesagt, wären zahlreiche von Yashar G. begangenen vorsätzlichen Verletzungen des Dienstgeheimnisses aus dem vorgenannten Zeitraum nicht verjährt.
Die Strafrichterin hat am 29.12.2025 den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Osnabrück erlassen. Gegen diesen wurde zunächst durch die Verteidigerin Einspruch eingelegt und der Einspruch schließlich auf die Rechtsfolgen beschränkt. Dies bedeutet, dass der Strafbefehl im Schuldspruch rechtskräftig geworden ist und der zugrunde liegende Sachverhalt feststeht.
Das Gericht verhandelt daher ohne Zeugen.
Vereinfacht gesagt wird nicht mehr geprüft, “ob“ die Tat begangen wurde, sondern nur noch “wie“ sie zu bestrafen ist.
Die Pressestelle weist darauf hin, dass auch der beschränkte Einspruch noch zurückgenommen werden kann, sodass der Hauptverhandlungstermin aufgehoben werden könnte.
04.05.2026 – 09:30 Uhr
Saal 2236
Aktenzeichen: 212 Cs 1330 Js 28730/25 (263/25)
§ 258 Strafvereitelung
(1) Wer absichtlich oder wissentlich ganz oder zum Teil vereitelt, dass ein anderer dem Strafgesetz gemäß wegen einer rechtswidrigen Tat bestraft oder einer Maßnahme (§ 11 Abs. 1 Nr. 8) unterworfen wird, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
[…]
Ansprechpartner:
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Amtsgericht Hannover - Pressestelle - |
Volgersweg 1 | 30175 Hannover |
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Laurin Osterwold Richter am Amtsgericht |
Tel.: 0511 347-2360 | 0176 15347013 |
Artikel-Informationen
erstellt am:
23.04.2026
Ansprechpartner/in:
Pressesprecher RiAG Laurin Osterwold