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Warnhinweis: Betrüger versuchen mit perfiden Tricks an das Ersparte von Senioren zu gelangen

In der Region Hannover sind in den vergangenen Wochen vermehrt Betrugsstraftaten angezeigt worden, bei denen die Täter teilweise hohe Geldsummen und Wertsachen erbeuten konnten. In den meisten Fällen bemerkten die Betroffenen jedoch rechtzeitig den Schwindel. Die Polizei Hannover warnt gemeinsam mit dem Amtsgericht Hannover erneut vor Anrufen von Enkeltrickdieben.

Der Kriminalpolizei Hannover werden immer wieder Fälle bekannt, bei denen meist Senioren um ihr Erspartes und Wertsachen gebracht wurden. Dabei wenden die verschiedenen Täter unterschiedliche Betrugsmaschen an.

Bei dem klassischen Enkeltrickbetrug nimmt ein Täter oder eine Täterin telefonisch Kontakt zu einem Senior oder einer Seniorin auf, täuscht vor, Angehöriger (meist Enkelkind) zu sein und für beispielsweise einen Immobilien- oder Autokauf dringend Geld zu benötigen. Durch den vermeintlichen Enkel wird im Gesprächsverlauf (Bar-)Geld, Schmuck und Gold gefordert. Die Wertsachen sollen durch eine weitere Person abgeholt werden.

Eine neuere Vorgehensweise der Trickbetrüger kombiniert den Enkeltrick mit dem Ausgeben als angebliche Polizeibeamte. Bei einem aktuellen Fall vom Donnerstag, 20.01.2022, erhielt gegen 12:00 Uhr eine 83-Jährige aus dem hannoverschen Stadtteil Ahlem einen Anruf ihres vermeintlichen Enkels. Der weinende Mann schilderte ihr von einem tödlichen Verkehrsunfall, den er verursacht habe. Im weiteren Verlauf übergab er den Hörer an eine angebliche Polizistin, die der erschütterten Seniorin erklärte, dass sie eine Kaution von 20.000 Euro zu zahlen habe, damit ihr Enkel nicht in Haft müsse. Diese Kaution sollte die 83-Jährige bei einer vermeintlichen Außenstelle des Amtsgerichts Hannover bezahlen. Als die Seniorin gegen 13:30 Uhr beim echten Amtsgericht Hannover erschien, flog der Schwindel zum Glück auf. „Am Eingang sprach sie die Wachtmeister an, schilderte ihr Anliegen und sagte, dass sie erst ihren Enkel sehen will, bevor sie das Geld übergibt“, so André Simon, Sprecher des Amtsgerichts Hannover. Die Justizangestellten beruhigten die Seniorin und benachrichtigten die Polizei.

Am selben Tag waren zwei weibliche Täterinnen allerdings erfolgreich. Sie täuschten einem 66-Jährigen aus Oberricklingen als vermeintliche Tochter ebenfalls einen tödlichen Verkehrsunfall vor. Eine falsche Polizistin habe dann telefonisch die Daten des Seniors erfragt. Um die vermeintliche Unfallverursacherin von der Haft zu befreien, forderte die angebliche Polizistin den Mann am Telefon auf, eine Kaution zu zahlen. Der geschockte Senior holte 12.000 Euro von seinem Bankkonto und übergab das Geld absprachegemäß in der Nähe seiner Wohnung an einen Geldabholer.

Auf die geschockten Senioren wird in den Telefongesprächen massiver Druck durch mehrere Sprecher wie Polizei, Staatsanwaltschaft und Richter ausgeübt, so dass diese schließlich dazu bewegt werden, ihr Geld bereitzustellen. Die Kriminalpolizei Hannover ermittelt in solchen Fällen wegen gewerbs- und bandenmäßiger Erpressung und macht klar: Es handelt sich hier keineswegs um Kavaliersdelikte. Hinter diesen Anrufen steckt eine hohe kriminelle Energie von organisierten Banden.

Sollten Sie von vermeintlichen Polizeibeamten oder vermeintlichen Angehörigen in Notsituationen angerufen werden, gelten folgende Hinweise der Polizei:

· Lassen Sie sich von solchen Anrufen nicht beunruhigen und legen Sie auf!

· Gehen Sie nicht auf die Forderungen der Anrufenden ein!

· Polizei oder andere Behörden und Institutionen fordern am Telefon niemals zur Zahlung von Kautionssummen auf! Detaillierte Nachfragen zu Vermögen und Wertgegenständen werden durch die tatsächliche Polizei nie am Telefon getätigt!

· Weder Polizei noch Justiz setzen Angerufene im Gespräch dermaßen unter Druck!

· Trotz gegenteiliger Aufforderungen der Täterseite, wenden Sie sich an Verwandte, Freunde oder sonstige Vertrauenspersonen!

Weitere Verhaltenshinweise bei Trickanrufen und anderen Betrugsmaschen finden Sie unter https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/

Dies ist eine gemeinsame Pressemitteilung des Amtsgerichts Hannover und der Polizeidirektion Hannover.


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Artikel-Informationen

erstellt am:
24.01.2022

Ansprechpartner/in:
Herr Pressesprecher RiAG André Simon

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